Römisches Bad: Geschichte, Aufbau und Ablauf

Römisches Bad: Geschichte, Aufbau und AblaufDas römische Bad bezeichnet eine Art Badehaus bzw. Therme. Es hat seinen Ursprung im alten römischen Reich.

Geschichte

In der Vergangenheit war die Benutzung des römischen Bades der männlichen Bevölkerung vorbehalten. Zum Teil war der Zutritt sogar kostenlos. Im alten Rom galten diese Bäder in erster Linie als sozialer Kontaktpunkt und ein Nebeneffekt waren Körperertüchtigung und Hygiene.

Der Aufbau eines römischen Bades und der dazu gehörigen Anlage war für diese Zeit technisch und architektonisch etwas ganz besonderes. Es gab in den Innenräumen Fensternischen zur Erhellung mit Tageslicht. Selbst im Winter war die Benutzung des römischen Bades möglich, da die Öffnungen verglast waren. Nach dem Untergang des alten Roms verschwanden für lange Zeit diese Thermen und erlebten im späten Mittelalter eine Art Aufschwung. Im heutigen Zeitalter von Wellness, Vitalität und neuem Körperbewusstsein sind römische Bäder nicht mehr wegzudenken.

Aufbau

Ein römisches Bad besteht aus den vier Bereichen: Tepidarium, Caldarium, Laconium und Frigidarien. Im alten Rom gehörten dazu auch noch das Gymnasio und der Bereich der Exedra. Die ersten 4 Bereiche hatten einen direkten Bezug zum Bad, die beiden anderen waren Zusatzangebote. Im Gymnasio konnte man körperliche Ertüchtigung durchführen. Im Exedra fand man neben Ruheräumen auch Möglichkeiten für Versammlungen und Bibliotheken für die geistige Ertüchtigung.

Erwärmung des Bades

Badekultur im alten Rom und Griechenland

Der Unterschied zur herkömmlichen Sauna ist die Wärmeaufbereitung und -abgabe in den Saunaraum. In einer Sauna, im klassischen Stil, werden die Steine im Ofen erhitzt. Dagegen in einem römischen Bad werden die Wände auf Temperatur gebracht. Die Erwärmung der Badwände kann durch Luft oder Wasser geschehen. Durch eine sogenannte Hypokaustenheizung (Griechisch „Hypokaustum“) wird warme oder kalte Luft oder aber auch aufgewärmtes Wasser in die hinter den Wänden, Decken und dem Boden befindlichen Hohlräume geleitet. Dadurch entsteht eine Strahlungswärme. Diese Strahlungswärme erwärmt die Luft im Inneren des römischen Bades.

Die Hypokaustenheizung setzt sich zusammen aus kleinen Ziegelplattensäulen. Diese Türmchen hatten ca. eine Größe von 0,25 m x 0,25 m. Diese Säulen stützen die Bodenplatten ab. Bei einer Bodendicke von 10 – 12 cm dauerte der vollständige Erwärmungsprozess 1-2 Tage. Die Hypokaustenheizung ist der Vorläufer unserer heute bekannten Fußbodenheizung.

Das römische Bad verzichtet auf einen Ofen aufgrund der anderen Wärmequelle. Dadurch finden im römischen Bad auch keine Aufgüsse statt. Eine Gemeinsamkeit zur uns bekannten Sauna sind die ebenfalls vorhandenen Stufenbänke, so dass jeder seine für sich angenehmste Temperaturzone aufsuchen kann.

Badevorgang

Ein Gang im römischen Bad beginnt mit einer Reinigung des Körpers bevor man mit dem eigentlichen Bad beginnt.

Architektur eines römischen BadesDas Tepidarium, das Caldarium und das Laconium sind Räume des römischen Bades mit unterschiedlichen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit. Der „kühlste“ Raum ist das Tepidarium. Mit einer Temperatur von 25 – 35 Grad und einem trockenen Raumklima soll der Besucher in einen fieberartigen Zustand versetzt werden. Durch die Temperatur wird das Immunsystem gestärkt. Die Benutzung des Tepidariums kann und soll heilend und vorbeugend wirken. Die empfohlene Aufenthaltszeit liegt bei mindestens 30 Minuten, um den gewünschten Effekt hervorzurufen.

Nach dem Tepidarium geht man ins Caldarium. Im Caldarium findet man eine Temperatur zwischen 40 und 50 Grad vor, verbunden mit einer sehr hohen, fast 100%igen, Luftfeuchtigkeit. Zur Anregung können dem Caldarium ätherische Öle zugesetzt werden.

Eine Abkühlung in den Frigidarien, oft ein großes Kaltwasserschwimmbecken, beendet den ersten Gang, gefolgt von einer Ruhephase. Im zweiten Gang beginnt man wieder mit dem Tepidarium. Danach hat man die Wahl zwischen Caldarium oder Laconium.

Das Laconium hat seinen Namen von einem im Süden von Griechenland lebenden Volk, den Lakoniern. Die Temperatur im Laconium beträgt 60 Grad. Ein Gang im Laconium kann bis zu einer Stunde dauern. Durch die Länge des Gangs kann der Körper entgiften und entschlacken.

Nach dem römischen Bad wurde oft eine Massage durchgeführt und wird auch heute noch empfohlen.

Die Benutzung des römischen Bades empfiehlt sich für Personen, denen die herkömmliche Sauna zu heiß ist. Durch die langsam ansteigenden Temperaturen hat der Körper eine bessere Möglichkeit sich anzupassen. Das römische Bad ist somit wesentlich schonender für den Kreislauf.

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